Die Zypern Krise

Zypern Krise

Die dramatische Entwicklung in der europäischen Wirtschaft und ganz besonders die Zypern Krise lässt das Interesse an Politik und Wirtschaft auch bei dem bisher unpolitischen Normalverbraucher abrupt in die Höhe schnellen. Es reift rasch die Erkenntnis, dass die Auswirkungen direkt und besonders stark den kleinen Mann betreffen. Das Schlimmste ist, dass ausgerechnet der deutsche Bundesminister für Finanzen an der Idee mitgefeilt hat, dass ein Teil des Eigenbeitrags, den zu leisten, Bedingung für die 10 Milliarden Euro Kreditsumme an Zypern ist, über eine Zusatzsteuer von den Konten der Bankkunden abgezweigt werden soll. Mit diesem Anschlag auf das Vermögen auch von Kleinsparern sorgt man sich in Deutschland inzwischen ebenfalls um die Ersparnisse.

So war das doch alles nicht gemeint

Dieses Konzept bescherte Panik und Vertrauensverlust, nicht nur in Zypern. Das primäre Interesse der Bankkunden besteht nun darin, ihre Guthaben zu retten, bevor der Staat zugreift. Was ist eine Einlagensicherung wert, wenn sie eins-zwei-drei gekippt werden kann, sobald der Staat bzw. die Banken in Schwierigkeiten geraten?

Man hat ganz offensichtlich nicht mit den Konsequenzen gerechnet und beginnt nun, zurückzurudern, indem an den Einlagensicherungsgrenzen und den Verlustsätzen geschraubt wird. Und in deutschen Politikerkreisen beeilt man sich, zu versichern, dass die Zyprer selbst die Berücksichtigung der Kleinsparer unterstützte. Schließlich stehen Wahlen bevor und solche unpopulären Entscheidungen ebnen nicht selten gegnerischen Parteien den Weg zu mehr Stimmen. Nicht zu übersehen ist indes, dass die Wirtschaftskrise auch in Deutschland Auswirkungen zeigt. Ein Blick auf die Entgeltabrechnung offenbart den Arbeitnehmern, dass trotz gestiegener Löhne, der inflationsbereinigte Verdienst geringer als vor der Jahrtausendwende ist.

Zypern Krise: Ist noch etwas zu retten?

Die Crux an der gegenwärtigen Situation ist, dass wir nicht zum ersten Mal Zeuge eines drohenden Bankrotts auf Staatsebene werden – und die Namen einiger weiterer Kandidaten schon gefallen sind. Die Zypern-Krise könnte eine Art Präzedenzfall werden.

Unkontrollierter Bauboom, gefolgt von einem Crash des Immobilienmarktes, aufgeblähter Beamtenapparat, deren Gehälter die Staatskasse schröpfen und weitere Faktoren bewirken eine Schieflage, die die Ratingagenturen gnadenlos mit Herabstufung der Kreditwürdigkeit bestrafen. Aber was passiert wenn diese Kredite die laufenden Ausgaben immer weniger decken und die Wahrscheinlichkeit, sie zurückzahlen zu können, stetig sinkt? Hier beginnt ein Wechselspiel, das man nur durchbrechen kann, wenn man die Währungsunion mit einer Bankenunion koppelt. Diese Variante stößt nicht überall auf Zustimmung, auch nicht in Deutschland. Aber über diese Bankenunion bestünde die Möglichkeit, im Falle von drohenden Pleiten einzuschreiten, indem die betroffenen Banken übernommen werden, die Kleinsparer in Höhe der über die Einlagensicherung spezifizierten Summe ausgezahlt werden und der Rest, wie Wertpapiere und Sparkonten oberhalb der Versicherungsgrenze, würde einkassiert werden. Ob das im Fall von Zypern ausreichend wäre, um den Bankensektor zu sanieren, ist allerdings nicht sicher, wie auch der Rettungsschirm auf Grund des limitierten Budgets keine Garantie dafür bietet. Wenn die Hilfe der Eurogruppe auch noch an Bedingungen geknüpft ist, tut sich ein Land wie Zypern mit Hinweis auf eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten schwer.

Die Zypern Krise gibt völlig neue Einblicke in das Geflecht aus Politik- Wirtschafts-und Finanzwelt. An der Krise in einem solchen kleinen Land wie Zypern wird die Europäische Union nicht zerbrechen, aber die Zukunft steht dennoch auf dem Spiel.

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