Spanien in der Krise

Spanien in der Krise

Spanien in der Krise und auf den Straßen Madrids finden Straßenschlachten zwischen Systemgegnern und Hundertschaften der spanischen Polizei statt. Die Banken Spaniens wanken. Spanien will Milliardenhilfen aus dem EU-Rettungsschirm für die spanischen Bankhäuser beantragen. Das Land steckt tief in der Rezession. Die Euro Länder und ihre Institutionen beraten nun über weitere Hilfsmaßnahmen. Aufschluss darüber, wie es zu einer solchen Situation kommen konnte und wie sich das Land daraus befreien kann, können die einzelnen Krisenstadien geben.

Die Europapolitik und die Wirtschaft der Spanier

Der Euro und die Europapolitik nehmen enormen Einfluss auf die Mitgliedsländer. Spanien ist seit 1986 Mitglied der Europäischen Union (EU). Als solches setzt es sich stark für die weitere Integration Europas und stärkere interkontinentale Handelsbeziehungen ein. Gesetzliches Zahlungsmittel ist der Euro. Das BIP betrug nach geschätzten Angaben des IWF fast 1,5 Billionen US-Dollar. Der IWF weist die spanische Inflationsrate für 2011 mit 3,05 % aus und prognostiziert für das Folgejahr einen Rückgang auf 1,89 %. Die Verschwendung von Druckerpatronen zum Gelddruck sieht anders aus. Spanien gilt damit als viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone und der zwölftgrößten Volkswirtschaft der Welt und weist die typische Wirtschaftsstruktur einer Industrienation auf.

Etwa 70 % Dienstleistungen, 20 % verarbeitende Industrie, 2 % Landwirtschaft und 8 % Bauwirtschaft. Nach Angaben von Eurostat stieg die Staatsverschuldung in Spanien seit 2007 kontinuierlich auf knapp 70 % im Jahr 2011 an.

Entstehung der Krise im Finanz- und Immobiliensektor

Im Herbst 2007 stürzte das Bankhaus Lehmann Brothers sich selbst und mit ihm ganze Bankenlandschaften mit in den Abgrund. Die Kreditinstitute hatten sich verzockt. Hochspekulative Finanzderivate wurden in Umlauf gebracht und verteilten sich. Sehr beliebte Anlageformen waren die sehr renditeträchtigen verbrieften Immobilienforderungen. Als Lehmann die Forderungen nicht mehr aufbringen konnte und zusammenbrach, fielen die Kurse vieler zweifelhafter Papiere ins Bodenlose. Die Börsen brachen ein, und mit ihnen die spanische Volkswirtschaft.

Kurz nach dem Börsencrash stiegen auch die Arbeitslosenzahlen und die spekulativen Tendenzen des Immobilienmarktes legten sich. In den USA und in Europa wurden die Notenbanken mit einer expansiven Geldpolitik tätig, um den Unternehmen und der Politik unter die Arme zu greifen. Aus heutiger Sicht schien dieser Schritt jedoch zu spät gekommen zu sein. Bis heute haben sich der Arbeitsmarkt und der wichtige Bausektor in Spanien nicht erholt.

Das aktuelle Krisenstadium

Da Griechenland in Börsenkreisen bereits als abgeschrieben und eingepreist gilt, fokussiert sich das mediale Interesse zusehends auch auf Spanien. Wird Spanien unter den Rettungsschirm schlüpfen oder nicht? Werden die Reformen ausreichen? Das sind Fragen, die hierzulande diskutiert werden. In Spanien hingegen werden bereits regelrecht Straßenschlachten ausgefochten. Die Spanier demonstrieren gegen Kapitalismus, Politiker und korrupte Machenschaften in Unternehmen und insbesondere gegen die Banken.

Allein die spanischen Banken sollen mit einer Art riesigem Geldtransport mit100 Mrd. Euro gestützt werden. Zugleich steigen die Arbeitslosenzahlen und mit ihnen die sozialen Unruhen. Unter der Voraussetzung, dass sich die Bankenkrise und die Staatsschuldenkrise nicht zeitnah unter Kontrolle bekommen lassen, werden die sozialen Unruhen in Spanien nicht aufhören.

Die Zukunft Spaniens

Spanien gilt als größtes und zugleich hoffnungsvollstes Sorgenkind der Eurozone. Die Spitzenpolitiker der Euro-Länder Mario Draghi, Angela Merkel, Francois Hollande, Mario Monti und Jean-Claude Juncker sind sich einig: “Wir sind bereit, alles zu tun, um die Währungsunion zu stabilisieren. Spanien ist unser Bollwerk gegen die Märkte.” Spanien ist wichtig, um ein Signal an die Finanzmärkte und das Vertrauen der Anleger zu senden.

Die Iberische Halbinsel besitzt zwar keine autonome Geldpolitik um eigenständige Maßnahmen ergreifen zu können, ist jedoch mit großem Potenzial an qualifizierten Arbeitskräften und einem relativ großen Kapitalstock ausgestattet. Spanien ist nicht mit den üblichen Verdächtigen wie Italien oder Griechenland zu vergleichen. Die spanischen Reformen scheinen zu greifen. Bis auf den Bausektor scheint die Wirtschaft strukturell in Takt zu sein. Die Euro-Politiker werden durch die Bestimmung der Rahmenbedingungen einen großen Teil zur Entwicklung beitragen.

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